Uff de‘ schwäbsche Eisebahne

… und mit schwäbischen Bussen war ich am Mittwoch unterwegs, meinen Opa besuchen. Direkter Weg eigentlich nur 60 Kilometer, gedauert hat die Fahrt in beiden Richtungen jeweils dreieinhalb Stunden – und dabei hab‘ ich auch gleich noch fünf verschiedene Verkehrsverbünde durchquert.

Eine Fahrkarte für den gesamten Weg? Das wäre ja viel zu einfach… Anschlüsse, die man auch bekommt? Wie langweilig! Taxis vor einem Bahnhofsgebäude? Wer braucht denn sowas?! Immerhin kann ich der Bahn nicht vorwerfen, dass die Klimaanlage nicht funktioniert hätte, im letzten Zug wurde ich auf etwa 15 Grad schockgefrostet.

Ein paar Impressionen von meinem Zwischenstopp, danach haben leider die Batterien versagt:
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In einem richtig süßen Antiquariat habe ich auch neuen Lesestoff gefunden, werde das gleich mal aktualisieren!

Und weil’s zum Titel passt:

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Erkenntnisse einer Odyssee

Geschrieben gestern im Regionalexpress:

  • Unter Zeitdruck kann man plötzlich noch effizienter arbeiten (etwa 200 Datensätze in 20 Minuten, nur weil ich zu geizig war, nochmal 1,25€ für eine Kopierkarte zu investieren)
  • Fahre niemals nicht nie an einem Freitag Nachmittag mit einem Zug durch die Niederlande – es sei denn, du wolltest sowieso eine Stehplatzkarte haben
  • Ich dachte, die Zeiten, in denen man mit einer Trainingshose vor die Tür gehen konnte und angezogen war, wären längst vorbei?!?!
  • Es sind schon seltsame Leute unterwegs an der deutsch-holländischen Grenze
  • Die Pünktlichkeit steigt mit abnehmender Entfernung zum Zielort – das ist ja mal was ganz Neues!
  • So ein Netbook ist doch was Schönes 😉 Auch wenn Steckdosen in Regionalzügen nicht schlecht wären…
  • Nach 4 Tagen, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen, endlich wieder Schatzis Stimme gehört – auch wenn er sich weigert, meine diversen Zipperlein zu behandeln…
  • Noch eine Dreiviertelstunde, dann hab‘ ich es endlich geschafft!
  • Ich freu mich auf eine heiße Dusche / ein entspannendes Bad und mein Bett! Okay, und was Vernünftiges zu essen wäre auch nicht schlecht, vor lauter Forschen hab‘ ich heut mal wieder das Essen vergessen. Beziehungsweise absichtlich ausfallen lassen, um jede mögliche Minute zum Tippen zu nutzen.

 

Abenteuer Bahnfahren

Nach dem ganzen Chaos der letzten Tage war ich ja schon auf einiges gefasst, was meine Rückfahrt gestern anbetraf. Wider Erwarten war der Zug zu Beginn nicht überfüllt und fuhr pünktlich los. Aber dann:

  • freundliche Mütter, die auf ihren angeblich reservierten Platz pochen – bis der Schaffner sie darauf aufmerksam machte, dass die Reservierung vom Vortag war.
  • ab Köln war plötzlich der zweite Zugteil nicht mehr da – wunderbar, wenn eine starke Auslastung des Zuges schon vorher angekündigt war… Grund: technische Probleme
  • wegen weiterer technischer Probleme war das Bistro nur eingeschränkt geöffnet
  • natürlich kam dann noch Verspätung hinzu…

Aber: der Schaffner verlor nie seine gute Laune, wir kamen tatsächlich noch pünktlich an, konnten ohne Stress umsteigen und waren in Rekordzeit zu Hause.

Einziger Wehmutstropfen: Nach zwei Stunden Arbeit im Zug festzustellen, dass die ganze Arbeit umsonst war, weil ich diese Provinz schon bearbeitet hatte…

Wunder gibt es immer wieder…

Zum Beispiel am Samstag die Deutsche Bahn: ALLE Züge waren pünktlich, jedes Umsteigen hat geklappt und einen Sitzplatz hab‘ ich auch immer bekommen. Aber öfter brauche ich dieses Verhältnis zwischen Anreise und Arbeitszeit nicht, wäre wirklich was zu tun gewesen, wäre ich danach echt tot gewesen. So hat’s noch zu einem kurzen Besuch in der Studentenkneipe gereicht, als ich um Mitternacht endlich wieder zu Hause war. Der endete dann allerdings recht schnell, nachdem mein Mitbewohner und ich mit voller Wucht mit den Köpfen zusammengekracht sind und mein Gehirn ein bisschen Achterbahn gefahren ist. Da wollte ich dann doch nur noch ins Bett. Aber – what a day!

Kleine Freuden des Alltags

Als ich am Dienstag auf meinen Zug gewartet habe, kam die Durchsage, dass der Regionalexpress, der kurz darauf fahren sollte, wegen eines Lokschadens ausfällt und Fahrgäste Richtung Köln ersatzweise den ICE vom gegenüberliegenden Gleis nehmen könnten. Zwei Jungs, vielleicht so 13, kamen kurz nach der Durchsage auf den Bahnsteig und suchten auf dem Fahrplan nach genau dem ausfallenden Regionalexpress. Freundlich wie ich bin, wies ich sie darauf hin, dass der Zug ausfällt und sie stattdessen den ICE nehmen könnten. Große Augen bei beiden. „Wow, krass, echt wahr?! Wir können mit dem ICE fahren? Wahnsinn!“ Mit strahlenden Augen warteten die beiden auf den Zug und meine Laune war gleich ein paar Stufen besser. Mit was für Kleinigkeiten man Menschen doch manchmal glücklich machen kann…